Wer es nicht im Kopf hat, ...

... der hat es in den Fingern.

Aus gegebenem Anlass möchte ich auf eine Passage in der Prüfungsordnung hinweisen, die mir leider entgangen ist:

Voraussetzung für die Zuteilung einer Masterarbeit ist die erfolgreiche Seminarteilnahme. Seminar und Masterarbeit sind an der gleichen Fakultät zu absolvieren.

Quelle: Prüfungsinformatinen 2018 Nr. 1

Weiterhin kann das Seminar (welches benotet wird und in die Abschlussnote einfließt) an der WiWi-Fakultät durch ein Fachpraktikum (welches nicht benotet wird) ersetzt werden, wenn es an der Fakultät für Informatik durchgeführt wird.

  • Das Seminar an der WiWi-Fakultät besteht aus einer schriftlichen Arbeit (Leistung 1) und einem mündlichen Vortrag (Leistung 2) innerhalb einer zweitägigen Präsenzphase. In beiden Leistungen kann man getrennt durchfallen. Dafür hat man bei seiner Thesis den Vorteil (oder Nachteil, je nachdem), dass man nur 50 Seiten schreiben muss.
  • Das Fachpraktikum an der Fakultät für Informatik dauert ebenfalls 1-2 Präsenztage, wird aber nicht benotet. Hier muss man dann 70 Seiten als Thesis auf's Papier bringen. Aber man die Möglichkeit berufspraktische Leistungen auf eines der angebotenen der Fachpraktika anrechnen zu lassen. Dazu einfach prüfen, ob man an seiner Arbeitsstelle den Themenumfang eines Fachpraktikums bereits bearbeitet hat, formlos 4 Seiten mit Beschreibung der Tätigkeiten inkl. Lösung schreiben, Bestätigung vom Arbeitgeber holen und ans Prüfungsamt senden.

Toll, nicht?

Und jetzt ratet mal an welcher Fakultät ich gerne meine Masterarbeit schreiben möchte und an welcher ich aber gerade ein Seminar absolviere (Seminararbeit bereits geschrieben, gebunden und abgeschickt), obwohl ich mir berufspraktische Leistungen auf ein Fachpraktikum hätte anrechnen lassen können ...

Facepalm



 

4 Kommentare zu “Wer es nicht im Kopf hat, ...”

  1. Marco
    Juni 3rd, 2018 23:05
    1

    Nominell ist das alles korrekt.
    ABER: die meisten Profs verlangen für die Betreuung, dass bei Ihnen ein Seminar oder Fachpraktikum absolviert worden ist, damit sie eine Abschlussarbeit betreuen. Davon steht absolut gar nichts in der PO. Wenn aber selbst der Dekan das so hält, dann hat man da wenig Hebel. Unabhängig von Anrechnungsmöglichkeiten hat man also ggf. nicht den "Stallgeruch", um eine Betreuung zu bekommen, wenn man das Seminar umgeht.

    Wie gesagt: offiziell ist das in der PO ganz anders geregelt. Und als Wirtschaftsinformatiker wird man sowieso nicht von allen Informatik-Lehrgebieten betreut.

  2. Anton
    Juni 3rd, 2018 23:25
    2

    Ich hatte meine Bsc. Thesis mit eigenem Thema am Lehrstuhl meiner Wahl ohne Fachpraktikum und Seminar geschrieben. Auch hatte ich eine Zusage vom Lehrstuhl meiner Wahl für den Msc. für mein Thema, ohne Seminar oder Fachpraktikum. Es geht also auch ohne Stallgeruch. Ich war nur einfach zu doof die PO zu lesen.

  3. Marco
    Juni 6th, 2018 11:24
    3

    Das klingt ja ganz gut. Gerade bei den Wirtschaftsinformatik-Lehrgebieten sieht es da ja eher bürokratisch aus. Beispiel "Unternehmensweite Softwaresysteme":

    Eine Abschlussarbeit im Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik ist nur dann sinnvoll, wenn erfolgreich an Kurs 01771 und mindestens an einem der beiden Kurse 01772 bzw. 01773 teilgenommen wurde. Eine Abschlussarbeit in den übrigen Studiengängen ist nur dann sinnvoll, wenn die Kurse 01770 und 01771 erfolgreich absolviert wurden. Außerdem wird in allen Studiengängen die erfolgreiche Teilnahme an einem Seminar oder einem Fachpraktikum des Lehrstuhls erwartet.

  4. Anton
    Juni 6th, 2018 16:55
    4

    Ja, ich habe sowieso schon mehrfach meine Entscheidung bereut, den MSc. WiInf zu machen, statt normal in der Informatik-Schiene zu bleiben.

    Aber hey, ich wollte mal was neues und hab was neues bekommen. Kann ja niemand was für meine Blindheit.

    Schade aber, dass das so in der PO verankert ist. Es gibt hierfür eigentlich wie ich finde, keinen echten Grund. Wenn Du einen Prof. findest, der dein Thema für spannend hält und Du nur durch Formalien vom Schreiben abgehalten wirst, hat das mehr was von Selbstzweck, als von Sinnhaftigkeit.

    Aber vielleicht überblicke ich den akademischen Betrieb einfach nicht.

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