32301: E-Business Management

Kursbeschreibung

Dieser Kurs war eine angenehme Überraschung. Nur 200 Seiten Text. Aber lasst euch nicht beirren, das ist Information in komprimierter Form. Quasi die Druckbetankung, die sich erst im Kopf auf ihre eigentliche Größe ausdehnt. Prof. Mönch und Dr. Ramacher haben hier meiner Meinung nach ganze Arbeit geleistet. Tolles Skript, leicht zu lesen, kein Gendering, kein Geschwurbel. Leider habe ich die Kurse von Prof. Mönch erst zu spät entdeckt, sonst hätte ich mehr belegt.

Grundsätzlich geht es um digitale Güter und den Vertrieb dieser über elektronische Wege. Hier kommen dann Begriffe wie Standardisierung, Netzwerkeffekte, Geschäftsmodelle und Unternehmensstrategien, Architekturen, Technologien für E-Business, Datenaustausch mit EDIFAC, etc., Multi-Agent-Systeme (!), Ontologien, Transaktionstheorie, Marktmechanismen, elektronische Verhandlungen, Auktionsformen, Allokationsprobleme und Bietagenten zum tragen.

Lasst euch hier nicht täuschen: Es ist Detailwissen gefordert. Selbstständig Optimierungsmodelle aufstellen, warum sind Auktionsformen äquivalent, welche Strategien sind dominant, usw. Trotzdem ist der Kurs spannend und Verständnis statt nur stupidem Auswendiglernen (die zwei Optimierungsmodelle sollten aber mit den Formeln zusammen sitzen!) gefordert.

Klausur

Die Klausur ist fair. Auch wenn ich die Note noch nicht kenne und mit einem schlechten oder sogar negativen Ergebnis rechne, so ist das nur mir und meiner schlechten Vorbereitung zuzuschreiben. Ergebnis ist mittlerweile da. Besser als erwartet, d. h. das Gefühl bezüglich der Fairness hat sich bewahrheitet.

Es wird vom Lehrstuhl eine 50% Musterklausur zum Üben veröffentlicht. Ich empfehle aber dringend alle anderen Klausuren zu studieren. Aus den 4 Aufgaben der Musterklausur kamen 2 in der Klausur dran.

Einsendeaufgaben

Hier hatte ich die größten Schwierigkeiten. Während EA1 noch halbwegs in Ordnung ging (Beantwortung von Fragen) ging es mit EA2 schon ans Eingemachte. Hier war Entwicklung in Java notwendig (Kommunikation zwischen Server und Client). In EA3 ging es um Agentenkommunikation: ebenfalls Code notwendig! Wer noch nie mit Multi-Agent-Systemen oder Java zu tun hatte, wird hier mehr Zeit auf die Installation verschwenden (JADE-Framework), als auf die eigentliche Aufgabe.

In EA4 galt es mit Protoge eine Ontologie zu zeichnen. Auch hier: 90% der Zeit ging auf die korrekte Installation von Protege drauf. In EA5 durfte man dann die in EA4 erstellte Ontologie in einem Java-Programm nutzen.

Alles musste eingesandt werden und der Korrektor wurde seiner Aufgabe auch gerecht und hat akribisch korrigiert.

Und jetzt zu meinem Problem: Leider hatten die EAs nicht besonders viel mit dem Kurs zu tun. Die Idee ist gut, dass man den Kurstext anhand von Live-Beispielen in Form von Java-Programmen nachvollziehen sollte. Wenn jedoch der Aufwand für das Aufsetzen der Umgebung (Eclipse, Jade, Protege, ...) höher ist, als der Aufwand für die Aufgabenstellung, läuft etwas nicht richtig.

Zudem werden zwar die Konzepte in der Klausur abgefragt, aber Code, Jade, Protege sind (natürlich) kein Thema. Da fragt man sich, ob der betriebene Aufwand hier wirklich zielführend war.

Literaturempfehlungen

Keine. Reine Internet-Quellen.

Fazit

Ein toller Kurs mit fairer Klausur, jedoch mit Schwächen bei den Einsendeaufgaben. Alles in allem: Daumen hoch und eine explizite Weiterempfehlung. Und auch nachdem ich das Klausurergebnis erhalten habe, bleibe ich bei dem Fazit. Schöner, wenn auch teilweise anstrengender Kurs.

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