{"id":3115,"date":"2019-05-11T12:09:06","date_gmt":"2019-05-11T10:09:06","guid":{"rendered":"https:\/\/fernuni.digreb.net\/?p=3115"},"modified":"2020-09-14T09:34:23","modified_gmt":"2020-09-14T07:34:23","slug":"ein-blatt-papier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fernuni.digreb.net\/?p=3115","title":{"rendered":"Ein Blatt Papier &#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8230; ist das Ergebnis aus 10 Jahren Arbeit. Zumindest aus physischer Sicht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery aligncenter columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"517\" src=\"https:\/\/fernuni.digreb.net\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190511111559_IMG_0355_-1-1024x517.jpg\" alt=\"\" data-id=\"3159\" class=\"wp-image-3159\" srcset=\"https:\/\/fernuni.digreb.net\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190511111559_IMG_0355_-1-1024x517.jpg 1024w, https:\/\/fernuni.digreb.net\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190511111559_IMG_0355_-1-300x152.jpg 300w, https:\/\/fernuni.digreb.net\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190511111559_IMG_0355_-1-768x388.jpg 768w, https:\/\/fernuni.digreb.net\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190511111559_IMG_0355_-1.jpg 1863w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie Ihr seht, bin ich durch. <\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Den <strong>Bachelor in Informatik<\/strong> an der FernUni Hagen nach 4,5 Jahren im Wintersemester 13\/14. <\/li><li>Nach einer kurzen Orientierungsphase, ob ich noch den Master dranh\u00e4nge und wenn ja in welchem Fach, der <strong>Master in Wirtschaftsinformatik <\/strong>nach 3 Jahren. <\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Meine erste Pr\u00fcfung (1141) schrieb ich am 29.08.2009 um 10:00 Uhr an der Uni K\u00f6ln. Die Benotung meiner Abschlussarbeit lag am 22.02.19 im Briefkasten. Meine Matrikelnummer werde ich wohl eine lange Zeit nicht vergessen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich werde oft nach meinem Studienverlauf gefragt. Vielleicht lohnt es sich, wenn ich ihn einmal schriftlich darlege. Evtl. k\u00f6nnt Ihr den ein oder anderen Hinweis mitnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zugangspr\u00fcfung und Bachelor<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mein erstes Zeugnis der FernUni bekam ich in 2010 \u00fcber die bestandene Zugangspr\u00fcfung, die f\u00fcr alle ohne Abitur, aber mit beruflicher Qualifizierung (Ausbildung plus 3 Jahre Berufserfahrung) zwingend notwendig war. Innerhalb eines Semesters musste ich mir das Abiturmathe und die Themen des gef\u00fcrchteten Moduls <strong>1141<\/strong>: Mathematische Grundlagen von Prof. Luise Unger neben der Arbeit einpr\u00fcgeln. 5:00 Uhr aufstehen, 3 Stunden lernen und ab auf die Arbeit. Zu Hause angekommen dann das gleiche Bild bis sp\u00e4t Abends. B\u00fccher, Videos, Tutorien, Lerngruppen. Letztere dezimierten sich im Laufe des Semesters auf einen einzigen Kommilitonen, mit dem wir uns regelm\u00e4\u00dfig trafen. 29.08.2009 war es dann soweit. <\/p>\n\n\n\n<p>Vor keiner schriftlichen Klausur hatte ich so viel Respekt, wie vor 1141. Ergebnis waren magere 32 von 80 Punkten. Davor standen da 29, die dann durchgestrichen waren. Eigentlich eine 5,0. Aber in diesem Semester wurde die Bestehensgrenze auf 30 Punkte runtergesetzt, da sonst kaum 20% der Klausurteilnehmer bestanden h\u00e4tten.  Und anscheinend hat sich an diesem Umstand auch in 2017 <a href=\"http:\/\/www.pal-blog.de\/studium\/01141-mathematische-grundlagen.html\">nicht viel ver\u00e4ndert<\/a>. Eine \u00dcberarbeitung der Skripte w\u00e4re hier wahrscheinlich zielf\u00fchrender. Aber daf\u00fcr bietet der Lehrstuhl mittlerweile mehr Tutorien an. Mein Kommilitone hatte damals 28 Punkte erzielt und brach daraufhin das Studium ab. Wer wei\u00df, ob ich weitergemacht h\u00e4tte, h\u00e4tte ich 1141 damals nicht bestanden. <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Jetzt erst recht!&#8220;<\/em> war mein Motto als ich den Bescheid \u00fcber den Leistungsnachweis in den H\u00e4nden hielt, was mich anschlie\u00dfend bei <strong>1142<\/strong>: Algorithmische Mathematik zu einer 1,7 brachte. Eine wunderbares Skript von Prof. Hochst\u00e4tter, eine faire 150% Klausur und einem Studenten&nbsp;in der Klausurstatistik, der 120% erreicht hatte. Hier lernte ich einen weiteren Kommilitonen kennen, der mir gezeigt hat, dass man sich selbst nie als Leistungsreferenz heranziehen sollte. Bachelor und Master in Vollzeit-Studienzeit neben Beruf, Frau und Kindern. Alle Klausuren 1,3 oder besser. Fast einen Bachelor-Abschluss mit Auszeichnung, wenn die theoretische Informatik nicht gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>01657\/01658<\/strong>: theoretische Informatik. Ein Pflichtmodul im Bachelor. Besteht aus 2&#215;5 ECTS, d. h. ein einzelnes Modul, welches mich so auf Trab gehalten hat wie 1141. Der Stoff war f\u00fcr mich so schwer verdaulich, dass ich es auf 2 Semester splitten musste. W\u00e4hrend bei anderen Modulen durchaus 30 ECTS pro Semester m\u00f6glich gewesen sind, weil sie didaktisch gut aufgebaut waren. <\/p>\n\n\n\n<p>So schaffte ich &#8211; und zu meiner Verteidigung war ich nicht der Einzige &#8211; nur 5 ECTS in den n\u00e4chsten 2 Semestern. Aber es gab keine Weg daran vorbei und ich schob den Pflichtkurs bis es nicht mehr ging vor mir her. Hier sah ich zuerst die negativen Seiten einer <strong>Fern<\/strong>Uni. Auch wenn Du meinst, etwas verstanden zu haben, wenn Du es nicht schaffst es in den richtigen Worten &#8211; Mathematik ist pr\u00e4zise und schn\u00f6rkellos &#8211; zu erkl\u00e4ren, hilft Dir dein Verst\u00e4ndnis nichts. Ergebnis war eine 3 vor dem Komma. Was aber keinesfalls meinen Aufwand rechtfertigt. Daf\u00fcr hat die 3 aber sehr stark zum Inhalt des Blogs beigetragen und, sofern man den Kommentaren Glauben schenken kann, dem ein oder anderen beim Kurs geholfen. Also alles gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Anerkennung des Fachpraktikums kam das Seminar. Mein Seminarpartner und ich arbeiteten das Inhaltsverzeichnis aus und teilten die Themen auf. Bei der Besprechung der Ergebnisse zwei Wochen vor dem Pr\u00e4sentationstermin und nach ca. 4 Wochen Bearbeitungszeit lie\u00df mich mein Kommilitone wissen, dass er kaum Zeit gehabt hatte an den Themen zu arbeiten und ob ich seinen Teil in den zwei Wochen nicht auch noch schreiben k\u00f6nnte. Auf die Frage, was er denn bis dahin gemacht hatte und auf was ich aufbauen k\u00f6nnte kam ein &#8222;Nichts!&#8220;. Ende vom Lied: ich durfte meinen Part alleine Pr\u00e4sentieren und mein Partner lie\u00df sich aus dem Seminar streichen. Das war die einzige, negative Erfahrung im ganzen Bachelor-Studium.<\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten war f\u00fcr mich in den Informatik-Kursen die Betreuung vorbildlich (01618: der Betreuer scheint nie zu schlafen, musste nie l\u00e4nger als 2 Stunden auf Antwort warten), die Skripte gr\u00f6\u00dftenteils gut verst\u00e4ndlich, die Kommilitonen sehr hilfsbereit und die Klausuren an einem Samstag.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wirtschaftsinformatik statt Informatik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Etwas getrieben durch die eingeschr\u00e4nkte Modulwahl in der Informatik hatte ich mich f\u00fcr den Master in Wirtschaftsinformatik eingeschrieben. Und hier begann die Odyssee.<\/p>\n\n\n\n<p>Klausuren unter der Woche. Bedeutet: Urlaub nehmen. Viele Module mit sehr, sehr viel Flie\u00dftext zum auswendig lernen. Teilweise redundante oder widerspr\u00fcchliche Aussagen. Betreuung kaum vorhanden, oft wochenlang keine Reaktion auf Fragen. Bekanntmachung von Adobe Connect R\u00e4umen teilweise keine 2 Minuten vor Besprechungsbeginn.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Klausureinsicht gestaltete sich deutlich unergiebiger, als bei den Informatikern. Bei dem Einspruch wurden die Punkte bei den Informatikern noch einmal im Telefongespr\u00e4ch oder per Webcam erl\u00e4utert. Sobald man nachvollziehbar etwas darlegen konnte, gab es eine Korrektur. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern bekam ich auf meinen Einspruch einen mehrseitige Begr\u00fcndung zur\u00fcck. Dort wurde nicht teilweise auf meine Begr\u00fcndungen eingegangen, sondern es wurden neue Fehler gefunden und diese zerlegt. Nach dem Motto <em>&#8222;Sei froh, dass es nicht schlimmer kam!&#8220;<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Begr\u00fcndung wurde auch nicht von der Prof. verfasst, sondern von einer Mitarbeiterin, mit der ich auch ein Telefongespr\u00e4ch hatte. Essenz des Gespr\u00e4chs war: <em>&#8222;Isso&#8220;<\/em>. Ich lie\u00df hier nicht locker und verlangte ein Gespr\u00e4ch mit der Professorin, der ich meinen Standpunkt darlegte (widerspr\u00fcchlich gestellte Frage, meine Antwort war g\u00fcltig). Sie konnte meinen Einwand dann nachvollziehen und fand meine Antwort richtig, blieb aber bei ihrer Meinung, meiner Arbeit die 2 Punkte nicht zukommen zu lassen, weil: <em>&#8222;Es w\u00e4re den anderen Studenten gegen\u00fcber unfair, die keine Klausureinsicht gestellt h\u00e4tten.&#8220;<\/em>. Mund abputzen, weitermachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/fernuni.digreb.net\/?p=3089\">Seminar<\/a> hat mich dann vollends umgehauen. Meine erste 5 in 10 Jahren Studium. Mich beschlich das Gef\u00fchl, dass es nicht um die Sache geht, sondern um reinen Formalismus. Alles dreht sich um sich selbst. Die anschlie\u00dfende Ergebnisbesprechung brach Ern\u00fcchterung. Zu viele B\u00fccher zitiert? Fachfremde Literatur f\u00fcr eine grunds\u00e4tzliche Definition herangezogen? Zu viele Aufz\u00e4hlungen? Alles Fehler, die zu einer 5.0 f\u00fchrten. Inhaltliche Kritik? Keine.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der Regel, dass Seminar und Arbeit an einer Fakult\u00e4t geschrieben werden mussten und ich meine Arbeit bei den Informatikern schreiben wollte, suchte ich Rat bei dem Pr\u00fcfungsamt der MIs. Diese halfen unglaublich unb\u00fcrokratisch und mein Prof., der eigentlich aufgrund von Mittelstreichung keine Arbeiten mehr betreut, nahm sich meiner Arbeit und meinem Themenvorschlag an. Selbst einen Zweitbetreuer von einem fremden Lehrstuhl konnte er organisieren, um der Pr\u00fcfungsordnung zu gen\u00fcgen. War aber letztendlich nicht notwendig, da mein Fachpraktikum bei den Informatikern durch Berufsleistungen anerkannt wurde. So wurde mein Fehler, Wirtschaftsinformatik zu w\u00e4hlen, durch die Informatiker an der FernUni wieder ausgeglichen. Daf\u00fcr bin ich sehr, sehr dankbar. Fast w\u00e4ren min. 4 Jahre Studium umsonst gewesen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nicht selten war ich kurz davor, WiInf eben WiInf sein zu lassen, den Aufwand der geschriebenen Klausuren ab- und mich in die Informatik wieder einzuschreiben. Der positive Eindruck des Fernstudierens beim Bachelor-Studium l\u00f6ste sich innerhalb k\u00fcrzester Zeit in Luft auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lerntechniken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin ein ineffizienter Lerner. Es gibt sicherlich deutlich bessere Methoden, sich etwas beizubringen. F\u00fcr mich hat sich folgende Herangehensweise bew\u00e4hrt:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Zu Semesteranfang tragt euch das Datum der Klausur <em>t<\/em> in den Kalender ein. <\/li><li>Dann markiert das Wochenende drei Wochen vor der Klausur, also <em>t<\/em>-3 Wochen. Dieses Datum ist der Punkt, an dem Ihr die Anki-Lernkarten fertig haben m\u00fcsst. <\/li><li><em>t<\/em>-3 bis <em>t<\/em>-5 Wochen ist der Zeitraum f\u00fcr die Lernkarten<\/li><li><em>t<\/em>-5 bis <em>t<\/em>-heute ist der Zeitraum f\u00fcr die Erstellung der Zusammenfassung. Teilt die Anzahl der Seiten des Skripts durch die verbliebenen Wochen bis zum heutigen Datum und Ihr habt die Anzahl der Seiten, die Ihr pro Woche zusammenfassen m\u00fcsst. <\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Die grundlegende Taktik ist: Jede Woche eine bestimmte Anzahl an Seiten zusammenfassen. Aus dieser Zusammenfassung extrahiert Ihr Lernkarten. Diese lernt Ihr dann 3 Wochen vor der Klausur. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Erstellung der Lernkarten solltet Ihr ca. 75% des Stoffs bereits verinnerlicht haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei m\u00fcndlichen Pr\u00fcfungen solltet Ihr euch einen Kommilitonen holen, dem Ihr den Stoff erkl\u00e4rt. N\u00e4her kommt ihr nicht an die Klausursituation. Habt Ihr niemanden zum erkl\u00e4ren, schreibt es auf. Sonst ergeben die Worte in eurem Kopf Sinn, aber wenn sie aus eurem Mund kommen, nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Regelstudienzeit sind 10 Jahre in Teilzeit. Das sind viele, viele Wochenenden. Es ist die Zeit zwischen der Einschulung und dem Realschulabschluss. Das muss man sich klar machen, bevor man mit dem Studium anf\u00e4ngt. Auch ist und bleibt es eine <strong>staatliche<\/strong> Universit\u00e4t mit der entsprechenden Motivation f\u00fcr den Lehrbetrieb, den Studenten das Leben leichter zu machen: n\u00e4mlich keiner. So sind auch die Skripte. Imperative Programmierung ist ein Negativbeispiel. Algorithmische Mathematik hingegen zeigt, dass es auch anders geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.fernuni-hagen.de\/wirtschaftswissenschaft\/studium\/klausurstatistik.shtml\">Klausurstatistik<\/a> bei den WiWis spricht B\u00e4nde. Bei den Informatikern sieht das nicht besser aus. Durchfallquoten bis ~60% sind nicht un\u00fcblich.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den <a href=\"https:\/\/www.fernuni-hagen.de\/arbeiten\/statistik\/absolventen\/ma.shtml\">Abschlusszahlen<\/a> findet man weitere Informationen. Bei einer Uni mit 77.000 Studierenden machen 695 den Master (davon 13 Informatiker und 0 Wirtschaftsinformatiker in 2017) und 1290 den Bachelor (davon 40 Informatiker und 84 Wirtschaftsinformatiker in 2017) bei 21.500 <a href=\"https:\/\/www.fernuni-hagen.de\/arbeiten\/statistik\/semesterzuordnung\/studstat\/ws-17-18\/allgemein.shtml\">Neueinschreibungen<\/a> im Jahr 2017.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den vielen Erstis, die ich in Hagen oder den Regionalzentren beim B\u00fcffeln f\u00fcr 1141 in 2009 kennengelernt habe, hat keiner bis zum Ende durchgehalten. Das spiegelt auch ein <a href=\"https:\/\/www.fernstudium-wiwi.de\/abbrecherquote-an-der-fernuni-hagen-bei-ca-70-prozent\/\">Blog-Beitrag einer Kommilitonin<\/a> wieder, die von Abbrecherquoten von 70% bis 90% spricht. In den Diplomzeiten verzeichnete die FernUni gar offizielle 90%. Die privaten Hochschulen liegen hingegen bei 20% bis 35%. Das liegt sicher zu einem Gro\u00dfteil an dem flexibleren Studium und der besseren Betreuung. Aber ob ich <a href=\"https:\/\/www.fernuni-hagen.de\/studium\/kosten\/index.shtml\">1900 EUR \/ 1100 EUR in Hagen<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.fom.de\/studiengaenge\/it-management\/master-studiengaenge\/it-management.html\">15.960 EUR \/ 10.500 EUR an der FOM<\/a> f\u00fcr Bachelor und Master ausgebe, das muss jeder selbst f\u00fcr sich entscheiden. <\/p>\n\n\n\n<p>Und nat\u00fcrlich, ob man gerne einen Uni-Abschluss erwerben m\u00f6chte, oder der FH-Master aufgrund der Gleichwertigkeit der Abschl\u00fcsse zwischen FH und Uni reicht. Im Gegensatz zum Diplom muss beim &#8222;Master of Science&#8220; kein &#8222;(FH)&#8220; mehr angeh\u00e4ngt werden. Andererseits darf an einer FH nicht promoviert werden; ein Doktorvater an einer Uni ist zwingende Voraussetzung. Und wenn man den Foren Glauben schenken darf, ist es nicht ganz so einfach einen Doktorvater an einer Uni zu finden, wenn man &#8222;nur&#8220; einen FH-Master vorweisen kann. Ich denke aber, dass dies mittlerweile \u00fcberholt ist. <a href=\"https:\/\/www.fernstudi.net\/magazin\/10959\">Promotionsvorbereitende Studien<\/a> jedoch k\u00f6nnten auf einen zukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser Zahlen stellt sich die Frage, ob ich zur\u00fcckblickend das alles noch einmal auf mich nehmen w\u00fcrde. W\u00fcrde ich? Ja, w\u00fcrde ich. Kann ich grunds\u00e4tzlich zu einem Fernstudium raten? Nein, kann ich nicht. Zumindest nicht, wenn man es allein aus dem Blickwinkel der Bildungsrendite sieht. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bildungsrendite<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Oft werde ich gefragt, ob mir das Studium etwas gebracht hat. Meinen Job habe ich nicht aufgrund des Studiums bekommen, sondern aufgrund meiner einschl\u00e4gigen Berufserfahrung. Die Frage, die sich mir hingegen stellt ist, ob ich so gut in meinem Job w\u00e4re, wenn ich nicht studiert h\u00e4tte. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nicht vorrangig das erworbene Wissen, das mir hilft. Ich habe mich daran gew\u00f6hnt, komplexe Materie in k\u00fcrzester Zeit alleine verstehen zu m\u00fcssen. Nichts, aber auch rein gar nichts war in meinen Berufsjahren so frustrierend, wie 8 Tage \u00fcber einem Absatz im Skript f\u00fcr die theoretische Informatik sitzen zu m\u00fcssen bis es &#8222;Klick&#8220; macht. Man ist alleine. Und wenn in der Newsgroup niemand ist, der einem helfen kann, ist man auf sich selbst gestellt. Eine Abk\u00fcrzung gibt es nicht. Entweder Du verstehst es oder Du kannst dich exmatrikulieren lassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ab diesem Zeitpunkt gibt es auch im Beruf keine Ausreden mehr. Kein <em>&#8222;Kann ich nicht&#8220;<\/em> oder <em>&#8222;Brauch ich eine Schulung f\u00fcr&#8220;<\/em>, egal um was es geht. Diese S\u00e4tze \u00e4ndern sich w\u00e4hrend des Studiums in <em>&#8222;Kann ich noch nicht&#8220;<\/em> und <em>&#8222;Bringe ich mir bei&#8220;<\/em>.  <\/p>\n\n\n\n<p>Daher kann ich nicht sagen, ob mich das Studium beruflich weitergebracht hat. Mangels Zeitmaschine habe ich keine M\u00f6glichkeit eine Placebo-Kontrollgruppe einzurichten, um die aussage zu best\u00e4tigen oder zu widerlegen. Daher kann ich jedem nur raten, das Studium nicht als Lizenz zum Geld drucken zu sehen, sondern als Hobby. Geld hat eine sehr geringe Halbwertszeit als Motivator und wird keinesfalls 10 Jahre bis zum Master daf\u00fcr herhalten k\u00f6nnen. Wer kein Spa\u00df an der Materie hat oder es aus irgendeinem anderen Grund als Geld tut, der wird es sehr, sehr schwer haben, seine Motivation \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Und die ist zwingend notwendig bei dem ein oder anderen Skript.<\/p>\n\n\n\n<p>Und es gibt noch einen Menschentyp, dem ich zu einem Fernstudium nicht raten kann. Solltet Ihr schnell vereinsamen oder euch schlecht alleine motivieren k\u00f6nnen, bzw. Probleme mit dem Zeitmanagement haben, wird es nicht einfach. Ich hatte Kollegen, die konnten super in Gruppen lernen und brauchten die Geselligkeit. Wenn die Lerngruppe mal einige Wochen lang ausfiel, warf sie das massiv zur\u00fcck. Hier w\u00e4re ein Pr\u00e4senzstudium oder ein Fernstudium mit regelm\u00e4\u00dfigen Pr\u00e4senzphasen besser geeignet. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/fernstudiumhagen.wordpress.com\/2018\/07\/22\/sag-zum-abschied-leise-servus\/\">Dieser Blogpost<\/a> eines ehemaligen KuWi-Studenten fasst das ganz gut zusammen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Mich ein ganzes Semester lang mit einem Haufen Stoff \u201ealleine zu lassen\u201c und mir am Ende eine Pr\u00fcfungsleistung abzuverlangen ist \u2013 mit der Erfahrung, die ich mittlerweile dazu habe \u2013 einfach keine besonders zielf\u00fchrende Idee. Diese Art des Studiums entspricht nicht meinem Lernstil, das wei\u00df ich mittlerweile. Ich brauche engmaschigere, konkrete Vorgaben und kleinere Brocken zu mehreren unterschiedlichen Themen. Viel direkteren und unmittelbarerern Austausch mit Kommilitonen. Dazu nat\u00fcrlich \u2013 und auch das war ein Lernprozess \u2013 brauche ich ganz offenbar \u201eDaten und Fakten\u201c statt \u201eTheorien und Gedankeng\u00e4nge\u201c.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Update: <\/strong>Ich lasse den Blog wegen der<a href=\"https:\/\/fernuni.digreb.net\/?page_id=2074\"> Zusammenfassungen f\u00fcr die theoretische Informatik<\/a> online, da sie wohl dem ein oder anderen beim Verst\u00e4ndnis helfen. Updates wird es (vorerst) nicht geben, sofern ich mich nicht entscheide, weiter akademisch t\u00e4tig zu sein. Vielleicht stelle ich sp\u00e4ter auch nur noch die Zusammenfassungen online und entferne die Blogposts, entschieden habe ich mich hier noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Was kann ich euch zum Abschluss noch auf den Weg geben? Durchhalten! Es lohnt sich. Schon alleine der Genugtuung wegen, <a href=\"https:\/\/fernuni.digreb.net\/?p=2895\">nicht aufgegeben zu haben<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; ist das Ergebnis aus 10 Jahren Arbeit. Zumindest aus physischer Sicht. Wie Ihr seht, bin ich durch. Den Bachelor in Informatik an der FernUni Hagen nach 4,5 Jahren im Wintersemester 13\/14. 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